GerbereiUm aus einer Haut Leder zu machen muss man es gerben. Dieser Gerbvorgang ist seit Jahrtausenden bekannt und hat sich nicht allzu sehr verändert mit der Zeit. Aber warum gerbt man überhaupt? Weil das Fell, was von dem Tier so gelöst wird natürlich einem Fäulnisprozess unterliegt, wie alle natürlichen Produkte. Die Gerbstoffe sind ein Hilfsmittel, das eben diesen Prozess unterbindet und die Haut, und damit auch das Fell, haltbar macht.HautschichtenDie Haut besteht aus drei Schichten: Ober-, Leder- und Unterhaut. Nur die mittlere wird zur Ledergewinnung verwendet. Nach der Häutung werden diese zugeschnitten, getrimmt. Durch Salz wird die Haut konserviert, in manchen Gegenden auch einfach in der Sonne getrocknet. Danach geht es ins Wasser: Das Leder wird von Schmutz und Salz befreit und anschließend in einer Lösung von gelöschtem Kalk und Schwefelnatrium enthaart, auch entnarben genannt. Danach wird 'entfleischt', also alle Gewebeteile entfernt die unbrauchbar für die Lederherstellung sind.Durch das Walken der Maschinen wird auch die Unterhaut gelockert und von der Oberhaut entfernt.GerbprozessDer eigentliche Gerbprozess besteht aus drei Phasen: das Quellen des Kollagens, das Eindringen des Gerbextraktes und seine Fixierung. Dazu sei gesagt, dass der Gerbstoff sich bei Kontakt mit Eiweiß verbindet, was dadurch eine wasserunlösliche, nicht quellende Struktur bekommt und wodurch die Fäulnisbildung unterbunden wird. Gerbstoffe befinden sich hauptsächlich in pflanzlichen Teilen, man kennt das Tannin aus den Weintrauben. Zum Gerben wird meist jedoch Chrom verwendet, mit anderen Gerbstoffen gemischt. Bei der Sämischgerbung werden Tran statt pflanzliche Zusätze genutzt.GrubengerbungIn der Grubengerbung von ganzen 12 Monaten und nur pflanzlichen Gerbmitteln entstehen die besten Leder mit höchster Qualität. Sie werden ganz zum Schluss nachgegerbt, gewaschen, gefärbt und gefettet. Nach der Trocknung kann noch nachbehandelt werden, um es glänzend zu machen, zu drucken oder zu krispeln.