Welches Leder wird getragen?
Zur Lederherstellung werden die unterschiedlichsten Häute der verschiedensten Tiere verwendet, größtenteils von Säugetieren, aber auch von Fischen und Reptilien. Vogelhäute werden allgemein nicht verwendet. Unter den Säugetieren sind am meisten die Haustiere vertreten, die schon industriell zur Fleischverarbeitung gezüchtet werden.
Rinderleder ist am beliebtesten
Über 95 % aller Lederarten stammen von Rind, Kalb, Schaf, Ziege und Schwein. Als exotisches Leder gelten Häute von Wild wie Hirsch und Reh - oftmals in Gehegen gehalten und gezüchtet -, von Reptilien wie Krokodile und Schlangen, aber auch Bison, Büffel, Känguru und - als einziger Vogel - Strauß. Bei den Fischen werden Hauptsächlich die Häute der Aale genutzt.
Hunde- und Katzenleder
Was uns heute als makaber erscheint, aber zu seiner Zeit absolut normal war, ist das benutzen von Hunde-, Katzen- und Menschenhäuten. Hunde- und sogar Menschenleder wurde für die Buchdruckerei verwendet, während Katzenleder noch bis vor hundert Jahren an so manchem in Form von Handschuhen getragen wurde.
Andere Tierleder
In gewissen Gegenden werden aber auch andere Felle zu Leder verarbeitet, so zum Beispiel Robben, Füchse und Eisbären in Alaska von den Einheimischen Inuit, die diese Tiere jagen.
Fischleder
Fischleder wurde bereits im zweiten Weltkrieg hergestellt. Heute sind es hauptsächlich die Inuit und die Nanai in Sibirien, die diese Kunst noch beherrschen. Doch wird in Bayern eine industrielle Methode entwickelt, damit man dieses Leder besser nutzen kann. Es ist weich, elastisch und haltbar wie bestes Kalbsleder. Man nutzt es hauptsächlich für die Bekleidungsindustrie und deren Accessoires, denn es ähnelt optisch den Reptilienledern. Fische, die ihre Schuppen dafür lassen, sind zum Beispiel Aale, Karpfen, Rochen, Tilapia, Lachse und Forellen - alles Fische, die gezüchtet werden und reichlich vorhanden allein schon durch die Fischindustrie.
Somit 'entlastet' man die Reptilien und leistet einen ganz wichtigen Beitrag zur Artenerhaltung bereits gefährdeter Tiere. Straußenleder gibt es seit den 70er Jahren, als die ersten Straußenfarmen in Europa entstanden und seither wird der einzige Vogel, der seine Haut in Taschen lässt, nicht nur zu Steak verarbeitet.